Methaphern

Vom Mut, eine Probe zu wagen – Ausblick auf 2013

20. November 2012

VOM MUT EINE PROBE ZU WAGEN

Ein König stellte für einen wichtigen Posten den Hofstaat auf die Probe. Kräftige und weise Männer umstanden ihn in großer Menge. „Ihr weisen Männer“, sprach der König, „ich habe ein Problem, und ich möchte sehen, wer von euch in der Lage ist, dieses Problem zu lösen.“ Er führte die Anwesenden zu einem riesengroßen Türschloss, so groß, wie es keiner je gesehen hatte. Der König erklärte: „Hier seht ihr das größte und schwerste Schloss, dass es in meinem Reich je gab. Wer von euch ist in der Lage, das Schloss zu öffnen?“

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Diamanten loslassen – die Oktober-Geschichte

1. Oktober 2012

Wenn der Sommer sich dem Ende neigt, beginnt für manche Mutter ein schmerzliches und zugleich freudiges Ereignis – die Kinder gehen aus dem Haus – zum Studium, in die Ausbildung, ins soziale Jahr. Einerseits stolz auf die jungen, selbstständigen Erwachsenen, andererseits betrübt über die zu Ende gegangene Kinderzeit. Jetzt ist es wichtig, einen guten Abschied zu nehmen, selbst neue Ideen zu verwirklichen und mit dem Partner in eine neue Phase einzutauchen. Viele Frauen fallen jetzt in ein tiefes Loch. Coaching bietet wertvolle Unterstützung und Neuorientierung. Und passend zum Thema meine Oktober-Geschichte.

Der Diamant

Ein weiser Mann hatte den Rand seines Dorfes erreicht und ließ sich unter einem Baum nieder, um dort die Nacht zu verbringen, als ein Dorfbewohner angerannt kam und sage: „Der Stein! Der Stein! Gib mir den kostbaren Stein!“

„Welchen Stein?“ frage der weise Mann. Den ganzen Beitrag lesen »

Das schöne Herz – Romantisches für den Herbst

20. September 2012

Dicentra spectabilis - Tränendes Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und
erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine
große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle
bewunderten sein Herz, denn es war perfekt.
Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben
ihm recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je
gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte
lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und
sagte: „Nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie
meines.“ Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das
Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war
voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und
durch andere ersetzt worden waren.
Aber sie passen nicht richtig, und es gab einige
ausgefranste Ecken. Genauer an einigen Stellen waren tiefe
Furchen, wo ganze Teile fehlten. Den ganzen Beitrag lesen »

Der halbe Mann – die Juli-Geschichte

11. Juli 2012

Der halbe Mann und der Gott des Schicksals

Es lebte einmal ein Mann, der hatte alles nur halb, was andere ganz haben, und er war verzweifelt über sein Geschick. Nun erfuhr der Halbe, wo der Gott des Schicksals seine Wohnstätte hatte, und er machte sich auf, um für eine Wandlung bei dem Schicksal zu klagen. Er wanderte über Berge und durch Täler, durch glühende Hitze und prasselnden Regen, und endlich kam der Halbe in das Tal, in dem der Palast des Schicksalsgottes stand. Und der Gott des Schicksals trat ihm unter dem Torbogen entgegen und fragte den Halben nach seinem Begehr. Da fiel der Halbe vor Gott auf die Knie und rief: „Ach Herr, alle Menschen sind ganz und nicht halb. Gib mir doch ein anderes Schicksal!“ Da griff der Gott des Schicksals hinter sich, gab dem Halben ein Bündel und sprach: „Nimm hin, aber wisse, auch ich greife nur blind in meine Bündel.“

Und der Halbe machte sich auf den langen, beschwerlichen Heimweg, und als er zu Hause das Schicksalsbündel öffnete, da fand er wiederum nur einen halben Menschen darin. Da knotete er das Bündel zusammen und machte sich auf den langen, beschwerlichen Weg zu dem Palaste des Schicksalsgottes. Und er klagte wiederum vor diesem. „Oh Herr, in dem Bündel ist wiederum nur ein halber Mensch.“ Da legte der Gott des Schicksals das Bündel zur Seite, griff hinter sich und gab dem Halben ein neues Bündel, und er sprach wiederum: „Nimm hin, aber wisse, auch ich greife nur blind in meine Bündel.“ Den ganzen Beitrag lesen »

Der Samenverkäufer im März

25. März 2012

Eine wunderbare Metapher habe ich für Sie im Monat März ausgesucht:

Ein junger Mann betrat einen Laden, in dem ein älterer Mann bediente. „Was verkaufen Sie, mein Herr?“ fragte der Junge. „Alles, was Sie wollen.“ antwortete der Ältere. „Na, wenn dem so ist, dann hätte ich gerne den Weltfrieden, die Beseitigung der Armut, das Ende der Rassentrennung, die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau…“

Da fiel ihm der Alte freundlich ins Wort: „Entschuldigen Sie, junger, Mann, ich habe mich wohl falsch ausgedrückt. Wir verkaufen keine Früchte, wir sind eine Samenhandlung!“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Einsaat, damit Sie im Herbst die Früchte ernten können.

Lebenswege in Richtung 2012

22. Dezember 2011

Lebenswege
(von Thomas Schied)

Es gibt Wege
die sind zu gehen
weil der Fluss
seinem Lauf folgen muss
um sich selbst
zu sein

weil der Mensch
eine Sehnsucht mitbekommen hat
die ihn lebendig
hält

Daran werden sich unsere
Lebenswege messen lassen:

Ob an ihren Ufern
das Leben
gedeiht.

Ich wünsche allen LeserInnen, Veränderungswilligen, Wegbeschreitern und Wegbereitern ein gutes neues Jahr und denken Sie daran… Coaching hilft

Ihre Andrea Mohr

Danke für das Bild Stefan. Wer über seine Grenzen hinaus gehen will, kontaktiert Stefan Seibold unter:

http://syndicate-music.com/elbrus.html

Gedanken zum Advent

1. Dezember 2011

Liebe LeserInnen,

vor einiger Zeit fragte ich: „Was bedeutet Advent“ für Sie? Die Sammlung möchte ich Ihnen hier als eine Art Adventskalender vorstellen. Als öffnen Sie mit mir ein Türchen nach dem anderen…

1. Dezember – Advent ist für mich, wenn ich einmal darüber nachdenke, wie ich soziale Projekte langfristig und nicht nur zu Weihnachten unterstützen kann.

2. Dezember – Advent ist für mich, wenn ich nicht nur über materielle Geschenke nachdenke, sondern mir auch eine Stunde Zeit für meine Lieben nehme

3. Dezember – Advent ist für mich, wenn ich mir in Ruhe die Zutaten für selbstgemachte Plätzchen aus den  zusammenstelle und mir mit dem Duft ein Stück Kindheit zurückholen kann Den ganzen Beitrag lesen »

Herbststürme im Oktober – beweisen Sie Schwäche

6. Oktober 2011

Die Eiche und das Schilfrohr

„Am Ufer eines Teiches wuchs eine möchtige und stolze Eiche. Sie trotzte jedem Wetter und beugte sich keinem Stur. In ihrer Nähe wuchs ein Schilfrohr, das schwach und zerbrechlich wirkte, da es bei jedem leichten Windstoß schwankte.

Der Eiche tat das Schilfrohr leid, und sie sage zu ihm: „Wenn du doch näher bei meinem starken Stamm gewachsen wärst! Dann könnte ich dich beschützen.“

Das kleine Schilfrohr bedankte sich für die Freundlichkeit, meinte jedoch, dass ihm schon nichts geschehen werde: „Wenn ein gewaltiger Sturm kommt, dann beuge ich mich und lasse ihn über mich hinwegbrausen. Ich werde nicht brechen.“

Die starke Eiche verstand das Schilfrohr nicht. Sie würde sich niemals beugen. Sie war davon überzeugt, jedem Sturm trotzig und kraftvoll Wiederstand leisten zu können.

Da geschah es eines Nachts, dass ein gewaltiger Orkan über die Gegend fegte.

Die Eiche blieb standhaft und wollte sich nicht unterwerfen.

Das Schilfrohr hingegen presste sich eng gegen den Boden und ließ ihn über sich hinwegfegen.

Und als sich der Orkan ausgetobt hatte, lag die Eiche am Boden – die Wurzeln aus dem Boden gerissen, die Blätter weggefegt und Zweige und Äste zerbrochen.

Das kleine Schilfrohr dagegen stand aufrecht und erwartete den Morgen.“

Zu jeder Stärke gehört eine Schwäche und umgekehrt, machen Sie sich die richtige Eigenschaft zunutze. Legen Sie sich in den Wind… Eine schöne Herbstzeit wünscht Ihnen A. Mohr

Immer – ein Gedicht für den September (einer ist immer früher)

23. August 2011

Immer einer behänder als Du.  Du kriechst, er geht. Du gehst, er läuft. Du läufst, er fliegt: Einer immer noch behänder.

Einer immer begabter als Du. Du liest, er lernt. Du lernst, er forscht. Du forschst, er findet: Einer immer noch begabter.

Immer einer berühmter als Du. Du stehst in der Zeitung, er im Lexikon. Du stehst im Lexikon, er in den Annalen. Du stehst in den Annalen, er steht auf dem Sockel: Einer immer berühmter.

Einer immer betuchter als Du. Du wirst besprochen, er wird gelesen. Du wirst gelesen, er wird verschlungen. Du wirst geschätzt, er wird gekauft: Einer immer betuchter.

Einer immer beliebter als Du. Du wirst gelobt, er wird geliebt. Du wirst geehrt, er wird verehrt. Dir liegt man zu Füßen, ihn trägt man auf Händen: Einer immer beliebter.

Einer immer besser als Du. Du kränkelst, er liegt danieder. Du stirbst, er verscheidet. Du bist gerichtet. Er ist gerettet: Einer immer noch besser. Immer, immer, immer…

von Robert Gernhardt – gewidmet meiner Tochter Vanessa-Isabel. Viel Erfolg in der 13. Klasse – bleib dir treu!

Der Adler im Hühnerhof – im Juni

14. Juni 2011

passend zum Beitrag „meine Rolle und ich“  gibt es im Juni für Sie folgende Methaper:

Ein Mann fand ein Adlerei und legte es in das Nest einer gewöhnlichen Henne. Der kleine Adler schlüpfte mit den Küken aus und wuchs zusammen mit ihnen auf. Sein ganzes Leben lang benahm sich der Adler wie ein Küken, weil er dachte, er sei ein Küken aus dem Hinterhof. Er kratzte in der Erde nach Würmern und Insekten. Er gluckte und gackerte. Und ab und zu hob er seine Flügel und flog ein Stück genau wie die Küken. Er lebte ein zufriedenes Leben. Doch eines Tages sah er einen herrlichen Vogel hoch über sich im wolkenlosen Himmel. Anmütig und hoheitsvoll schwebte dieser durch die heftigen Windströmungen, fast ohne mit seinen kräftigen goldenen Flügels zu schlagen. Der junge Adler blickte erfürchtig empor. „Was ist das?“ fragte er seinen Nachbarn. „Das ist der Adler, der König der Vögel“, sagte der Nachbar. „Aber rege dich nicht auf. Du und ich, wir sind von einer anderen Art.“

Der junge Adler aber wandte erneut den Blick nach oben. Eine seltsame Erregung befiel ihn. Zuerst ganz zaghaft, dann immer aufgeregter und stärker begann er mit seinen Flügeln zu schlagen, und dann passierte es: mit einem Schrei erhob er sich in die Luft und entschwebte davon. Er ward auf dem Hühnerhof nie mehr gesehen.

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