…ich hab’s getan! Beherzte Entscheidungen treffen

16. Februar 2010

Ich entscheide mich, Ihnen heute noch tiefere Einblicke zum Thema „Entscheidungen“ zu gewähren. Weil es allgegenwärtig ist.

Schwer ist es, sich festzulegen. Ja oder nein zu sagen. Es könnte doch was Besseres kommen. Nicht immer müssen es große Entscheidungen sein, wie Jobwechsel oder Umzug. Viele scheitern auch schon an kleineren Entscheidungen wie, ein neue Haarfarbe ausprobieren, das blaue lange Abendkleid oder lieber das kurze schwarze kaufen? Warum verschieben wir endlos, wägen ab, sondieren, halten uns alles offen, sprechen Worte wie ungefähr, mal sehen, vielleicht? Dafür gibt es mindestens drei Gründe:
1.) Die Macht der Gewohnheit. 2.) Das Streben nach Perfektion. 3.) Die Angst vor Konsequenzen.
Gewohnheit gibt uns in Zeiten, in denen alles über uns zusammen-zubrechen droht, ein wohliges Gefühl von Sicherheit. Der Krimi am Sonntag, die S-Bahn um 7.39 Uhr, der gleiche Sitzplatz am Esstisch. Doch Gewohnheit führt zu einer Entscheidungsparalyse. Wir wollen am liebsten, dass alles so bleibt, wie es ist. Das ist bei diesen Beispielen auch ganz in Ordnung so. Aber was ist mit lästigen, behindernden Gewohnheiten, mit Jobs, die nicht mehr passen, mit Beziehungen, die gar nicht mehr stimmen? Einen Job verlassen – wer traut sich das schon in der heutigen Zeit? Also schön festklammern an dem, was man hat. Blöd nur, wenn man längst frustriert ist, die „innere Kündigung“ eingereicht hat und im Büro schlechte Stimmung verbreitet.
Psychologen raten: Wem der Mut für den Aufbruch fehlt – und das ist mehr als menschlich – möge sich dann bitte bewusst fürs Bleiben entscheiden. Aber nicht jeden Tag aufs Neue jammern und hadern. Das kann ich aus meiner Praxis nur bestätigen.
Das Fällen von Entscheidungen ist das Wichtigste!
Ich unterstütze Klientinnen dabei, bewusste Entscheidungen zu treffen und auch die Konsequenzen zu tragen. Eine Entscheidung für etwas zu treffen bedeutet immer auch eine andere Möglichkeit nicht zu wählen. Finden Sie heraus auf was Sie bewusst verzichten können. Dinge, die Ihnen weniger bedeuten, weniger wichtiger sind, nicht in Ihr Lebenskonzept passen oder die nicht Ihren Wertvorstellungen entsprechen.
Aber verabschieden Sie sich von dem Glauben, es könnte ja immer noch was Besseres kommen. Befreien Sie sich von dieser starren Haltung. Natürlich haben manche Entscheidungen eine große Tragweite. Da geht es eben nicht um die Pizza Quattro Formaggi oder die Pizza Rucola. Da geht es um Lebensentscheidungen. Um Bekenntnisse. Ich mache das jetzt. Ich bleibe bei dir. Ich ziehe in eine fremde Stadt. Vertrauen Sie Ihrer frisch getroffenen Entscheidung. Sie braucht Mut und Zuversicht. Und es wird gut werden.
Und schauen Sie nicht in die Vergangenheit. Jede Entscheidung wird im Moment getroffen. Sie spiegelt Ihre momentane Situation wider, sie entspringt Ihren heutigen Fähigkeiten und Kenntnissen. Und es kann passieren, dass die Entscheidung falsch war. Wer scheitert hat immerhin entschieden, dass er sich zu etwas entschieden hat, dass er gehandelt hat. Scheitern ist interessanter als Erfolg, sagt der englische Karikaturist Max Beerbohm. Zumindest hat man anschließend was zu erzählen.

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