Meine eigene Stellenbeschreibung

14. März 2010

Viele meiner Klientinnen kommen mit einer Stellenanzeige aus einer Jobsuchmaschine in meine Beratung und möchten von mir wissen, ob sie diesen Job meistern bzw. wie sie ihn meistern könnten. Ich rate dann eher den umgekehrten Weg zu gehen: nicht schauen, welche Anzeigen die Suchmaschine parat hält, sondern sich eine eigene Stellenbeschreibung erstellen.
Übernehmen Sie die Initiative und beginnen Sie mit einer aktiven Berufsplanung. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, seine Bedürfnisse zu kennen.
Nutzen Sie einen großen Bogen Papier und sammeln Sie Ihre Talente, Kompetenzen und Interessen. Wie sieht ihr „Traumjob“ aus, was brauchen Sie, um morgens gerne zur Arbeit zu gehen?
Nutzen Sie jeden Jobwechsel als neue Herausforderung und Chance, zu überprüfen, was Ihnen im Leben wichtig ist, beruflich wie privat. An jeder Weggabelung orientieren Sie sich neu: Ist der Weg, den ich gerade gehe, noch der richtige? Will ich lieber etwas ändern? Welche Schritte könnten in dieser Situation die nächsten sein. Welche Talente möchten Sie auf welche Weise gerne zum Einsatz bringen. Was bedeutet für mich momentan Zufriedenheit. Das kann je nach Lebenssituation eine Beförderung, eine neue Aufgabe, eine komplett neue berufliche Herausforderung oder eine Weiterbildung sein. Gleiches gilt auch anders herum: Vielleicht muss ich auch im Beruf etwas zurücktreten und mich anderen Dingen stärker widmen. Vielleicht macht mich die eingeschlagene, erfolgreiche Karriere doch nicht glücklich, vielleicht brauche ich etwas ganz anders. Vergessen Sie den Rückblick nicht, er verhindert, dass wir wieder in die gleiche Falle rennen. Viele Menschen wechseln den Job, stauen aber nicht schlecht, dass sich schon nach einigen Monaten der gleiche Frust erneut ausbreitet. Eine Frage, die ich gerne meinen Klientinnen stelle ich: Wieso haben Sie den Job gewählt, den Sie jetzt ausüben? Es mag für viele vielleicht kaum nachvollziehbar sein – aber irgendeinen Grund dafür hat es einmal gegeben. Angelegt war dieser Grund schon in der Entscheidung für eine bestimmte Lehre, für ein bestimmtes Studium. Mögen Sie einmal überlegen, welche Gründe damals ausschlaggebend waren für das, was Sie taten? Für die Handlungen und Entscheidungen, die Sie zu Ihrem jetzigen Job führten? Einige von Ihnen mögen schon wissen, auf was ich hinaus will. Richtig: Die Motive. Finden Sie Ihr inneres Motiv. Meist der erste Schritt weg aus der Frustfalle und hin zu einer NEUorientierung.

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