Inneren Schweinehund überwunden. Dabei schlafende Hunde geweckt.

15. März 2010

Gratulation! Irgendeinen Saboteur schickt Ihnen Ihr Selbst schon. Ärger und Frust sind vorprogrammiert wenn sich unsere „Haustiere“ melden. Versuchen Sie bei jeder Handlung die positive Absicht aufzuspüren. Ich glaube daran, dass in jedem Verhalten eine positive Absicht zugrunde liegt. Nehmen wir einmal an, Sie stimmten mir zu, dann bitte ich Sie, sich diese Frage zu stellen: Was könnte eine mögliche Absicht des beobachteten Verhaltens sein? Ein Beispiel? Bitte gerne: Ihre Kollegin kommt wieder einmal unvorbereitet in ein Meeting. Sehr lästig für Sie, weil Sie auf ihren Bericht angewiesen sind. Sie sind verärgert, vielleicht wütend. Deshalb stelle ich Ihnen ganz vorsichtig die Frage: Welche positive Absicht könnte dahinter liegen? Ich bin mir sicher, dass ein oder zwei Ideen dabei heraus kommen. Vielleicht ist die positive Absicht der Kollegin nur einen perfekten, bis auf’s letzte geprüften Bericht abzuliefern. Und das ist ihr – aus welchen Gründen auch immer – nicht möglich.
Natürlich ist das Wissen um die positive Absicht allein noch kein Problemlöser. Aber vielleicht verändert sich Ihre emotionale Reaktion. Wenn Sie die Gründe für die scheinbare „Faulheit“ der Kollegin verstehen, sind Sie weniger gereizt und es ergibt sich möglicherweise die Gelegenheit zu einem konstruktiven Gespräch.
Ich gebe Ihnen noch ein anderes Beispiel aus meiner Praxis. Eine Klientin beklagte sich, dass sie es nicht schaffe, regelmäßig Sport zu treiben. Sie wolle mit meiner Hilfe ihren inneren Schweinehund überwinden. Sie brauche Motivationstipps. Einen Plan habe sie schon. Sportausrüstung gekauft, im Fitnessstudio angemeldet und voller Elan zwei Wochen lang dreimal pro Woche 90 Minuten durchgehalten. Da stöhne ich schon beim Zuhören (Ziele sind SMART). Doch nach knapp drei Wochen hatte der innere Schweinhund gesiegt und hält die Klientin lieber auf dem Sofa fest.
Woran liegt es, dass Wunsch und Wirklichkeit in unserem Leben auseinander gehen?
Im NLP heißt es an dieser Stelle „Menschen können in Kontakt mit der Welt nicht auf diese selbst, sondern lediglich auf das reagieren, was ihre Sinne sie über die Welt wahrnehmen lassen. So lebt jeder mit einer mentalen Landkarte von der Welt, die aber nicht mit ihr identisch ist.“ Im Coaching erfuhr ich von der Klientin, dass sie von ihren Eltern immer als faul und unsportlich bezeichnet wurde. Wann immer die Klientin nun an körperliche Aktivitäten denkt, setzt ihre innere Stimme (die schlafenden Hunde) ein: „Ich bin unsportlich“. Folglich strengt es die Klientin besonders an, sich dauerhaft für Sport zu motivieren. Neben der schon oben erwähnten positiven Zielformulierung (also bitte nicht sofort ein Mammutprogramm auferlegen, da haben Erfolgserlebnisse ja gar keine Chance!) bespreche ich mit der Klientin ihr persönliches Bild von „Sportlichkeit“, was verbindet sie mit „sportlich-sein“? Ist nur ein Triathlet sportlich oder dürfen abendliche Walker im Park sich auch Sportler nennen? Muss ich nach dem Training ausgepowert sein, oder genügt es, meinen Körper zu spüren? Ich empfehle ihr auf die Wohlfühlsignale ihres Körpers zu hören und sich in einem positiven Licht zu betrachten. So nehmen wir dem Schweinehund das Futter. Hungrig ist er mit den Hunden zum nächsten Haus gezogen.

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