Frauen und Gehaltsverhandlungen

9. April 2010

Gehaltsverhandlungen sind ein großes wiederkehrendes Thema in der Laufbahnberatung. Viele Klientinnen wissen nicht, wie sie sich in Bewertungsgesprächen positionieren sollen oder trauen sich erst gar nicht, um ein solches Gespräch zu bitten. Daher möchte ich zwei grundsätzliche Hilfestellungen geben.

Wichtig sind der richtige Zeitpunkt und die Vorbereitung. Wann werden in Ihrer Firma Gehaltsgespräche geführt? Gibt es einen festen Zeitpunkt im Jahr oder wird es flexibel gehandhabt? Planen Sie genügend Vorlauf und vereinbaren Sie einen Termin (ca. 30-60 Minuten). Geben Sie Ihrem Vorgesetzten zu verstehen, dass es keine Entscheidung von heute auf morgen sein muss. Keiner fühlt sich gerne überrumpelt, auch er/sie muss sich vorbereiten können. Bei der inhaltlichen Vorbereitung sollten Sie sich Notizen über Ihre persönliche Entwicklung im Unternehmen machen. Welche Arbeiten haben Sie erfolgreich erledigt, welche Ideen/Erneuerungen/Einsparungen haben Sie eingebracht? Gibt es Bereiche, in denen Sie mehr oder zusätzliche Verantwortung übernommen haben? Wichtig ist es, dass Sie Ihren Vorgesetzen davon überzeugen können, dass eine Gehaltserhöhung aufgrund Ihrer Kompetenz und Ihres Einsatzes angemessen ist. Schieben Sie auf keinen Fall private Gründe vor, wie z. B.: steigende Lebenserhaltungskosten. Machen Sie sich auch Gedanken darüber, welche sonstigen Angebote seitens des Arbeitsgebers für Sie noch interessant sein könnten. Wie wäre es mit einem Vorschlag zur Übernahme einer Monatskarte, Kindergartenkosten, eine Anhebung des Gehalts in zwei oder drei Stufen oder eine Fortbildung, die Ihnen weitere berufliche Möglichkeiten eröffnet? Zeigen Sie sich bestimmt aber flexibel.

Im Gegensatz zu Männern haben Frauen oft das Gefühl, sie müssen erst genügend Leistungen zeigen, um dann eine entsprechende Entlohnung beanspruchen zu dürfen. Männer fordern erst und leisten dann.

Meine Klientinnen lernen, selbstbewusst ihre Arbeit einzuschätzen, indem sie ihre eigenen Standards definieren. Was bedeutet für Sie professionelles Arbeiten? Stellen Sie sich eine Ihrer beruflichen Tätigkeiten vor und beleuchten diese. Was könnten Sie konkret verbessern? Wie sähe die bestmögliche Erfüllung dieser Arbeit aus? Was können Sie tun, um sie optimal zu erledigen? Was würde Ihr Vorgesetzter von Ihnen erwarten? Versetzen Sie sich in einen Kunden: Was würden Sie sich an seiner Stelle wünschen? Suchen Sie sich ein Vorbild in Ihrem Unternehmen? Wie erledigt er/sie die Dinge?

Ähnlich verhält sich die Sache bei der Angebotserstellung und Berechung selbstständig erbrachter Leistungen. Viele selbstständige Frauen gehen zu zaghaft an Preisverhandlung und lassen sich gerne einmal ausnutzen. Machen Sie sich den Wert Ihrer Arbeit deutlich. Gehen Sie genauso vorbereitet in die Gespräche mit Ihren Kunden. Netzwerke für Unternehmerinnen oder Freiberufliche können oftmals Hilfestellungen zu Marktlagen am Ort geben oder mit Erfahrungswerten zur Seite stehen. Auch Ihre Laufbahnberaterin leistet gerne Unterstützung.

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