„Wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es auch zurück.“

12. November 2013

Dieser Spruch beschreibt wunderbar das Resonanzprinzip – die Idee, dass alles, was uns passiert, irgendwie mit uns selbst zu tun hat. Davon möchte ich Ihnen heute erzählen.

Wir alle rufen ständig bewusst oder unbewusst Dinge in den Welten-Wald.

Vor wichtigen Anlässen sagt meine Freundin immer „Lass uns positive Gedanken ins Universum senden.“

Und oft kommt eine Stimme aus der Welt zurück. Sie hat meistens etwas damit zu tun, was wir vorher in die Welt hineingesprochen haben oder was wir vorher NICHT in die Welt gegeben haben. Und natürlich geht es nicht nur um unsere Worte, sondern noch mehr um unsere Taten.

Das Resonanzprinzip stellt ein Denkmodell dar. Es hilft, in bestimmten Situationen über unseren Anteil an der Sache nachzudenken. Denn wenn man das Resonanzprinzip anwendet, dann schaut man in erster Linie auf sich selbst und weniger auf die anderen, die an der Situation beteiligt waren.

Andere Menschen können wir dauerhaft kaum ändern. Vielleicht auch nicht die Gesellschaft oder die Welt, in der wir leben. Aber wir können uns selbst verändern. Im Coaching (und an mir selbst) merke ich immer wieder, dass dieses Vorhaben nicht einfach ist, aber es ist oft die einzige Chance, die wir haben, wenn wir etwas ändern wollen. Den arroganten Chef, die selbstgefällige Freundin oder den chaotischen Partner können wir (kaum) verändern, aber unsere Einstellung dazu!

Menschen neigen dazu nach einem Schuldigen zu suchen, wenn ihnen etwas Unangenehmes passiert. Aber es gibt ja nie nur EINEN Schuldigen. Alles, was passiert, ist das Resultat von Vielen: vielen Menschen, Umständen und Einflüssen.

Nur zu gerne möchten wir zu unserer eigenen Entlastung einen einzigen Schuldigen haben, damit es jemanden (oder etwas) gibt, auf den (das) wir unseren Zorn konzentrieren können. Aber das Bestrafen des Schuldigen ändert nur selten das System, das den „Schuldigen“ hervorgebracht hat. Wir bekämpfen das Symptom und nicht die Ursache.

Trauen Sie sich das Licht in Ihnen anzuknipsen. Werfen Sie einen Blick auf Ihren Anteil. Das Resonanzprinzip ist ein sehr praktisches Instrument, um über sich selbst und den eigenen Wachstumsprozess nachzudenken.

Aber gehen Sie wohlwollend mit sich um. Jeder von uns schleppt eine Menge Unfertigkeiten, Baustellen und Reizpunkte mit sich rum. Das trifft auch auf Sie zu. Genau wie auf mich. Oder auf Ihren Chef. Und auf Ihre Eltern. Das gilt für uns alle und es macht das Leben interessant und herausfordernd.

Nachstehend ein paar Gedankenimpulse zu dem Thema:

  • Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Lebensqualität? Sind Sie hier zufrieden? Oder eher nicht?
  • Wie sieht es mit Ihrem Beruf aus? Sind Sie mit Ihrer Situation zufrieden oder darf es gerne anders werden?
  • Was ist mit Ihrem Liebesleben? Ist hier alles gut oder gibt es Verbesserungsmöglichkeiten?
  • Wie steht es mit Ihren Finanzen? Stimmt hier alles? Oder muss sich etwas ändern?

Und dann fragen Sie sich:

  • Was habe ich in die Welt gegeben, das dazu beigetragen hat, dass ich in dieser Situation gelandet bin?
  • Bei unerwünschten Situationen: Was hätte ich anders machen müssen, um vielleicht nicht in dieser Situation zu landen, in der ich heute bin?
  • Oder was müsste ich vielleicht in die Welt geben, um etwas zu ändern?
  • Oder was sollte ich nicht mehr in die Welt geben, um etwas zu ändern?

Das Resonanzprinzip hilft Ihnen, mehr Verantwortung für sich und Ihr Leben zu übernehmen. Es hilft Ihnen dabei, zu lernen und zu wachsen. Und es kann Ihnen auch helfen, mit der Zeit mehr Verständnis für sich selbst zu entwickeln.

Ich wünsche Ihnen gesunde Erkenntnisse.

Eine Reaktion zu “„Wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es auch zurück.“”

  1. Sabrinaam 15. November 2013 um 15:32 Uhr

    Liebe Andrea, das ist ein spannender Beitrag, allerdings finde ich, dass er die Menschen auch unter Druck setzen kann. Denn für einiges gibt es genau einen Schuldigen, für viele Frauen und Männer, die Schreckliches in der Kindheit erlebt haben zum Beispiel. Da finde ich es falsch sich selbst zu fragen: Was habe ich bloß in die Welt gegeben, damit sowas
    passiert? Das haben einfach die „Eltern“ in diesem Fall entschieden, keine Eltern zu sein.
    Was man sich allerdings fragen kann ist immer: Wie kann ich heute gut für mich sorgen,
    was kann ich tun, damit es mir besser geht?
    Statt über Situationen zu verzweifeln oder über Menschen einfach sagen: Okay, das
    hier ist blöd, aber: Was kann ich tun, damit es mir gut geht? Können andere dabei
    helfen?

    Das hat mir jedenfalls bisher am meisten gebracht.
    Liebe Grüße

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